São Pedro da Agua Branca, Brasilien

Die junge Gemeinde São Pedro da Agua Branca, hervorgegangen aus einer Siedlung vertriebener und mittelloser Landloser (Sem-terras), die sich während der 60er Jahre im Nordosten Brasiliens (Maranhão) niederließen, erfährt nach wie vor großen Bevölkerungszustrom. Die Nutzung der fruchtbaren, durch Brandrodung erschlossenen Agrarflächen durch die Landbevölkerung liefert immer wieder Anlässe für gewaltsame Auseinandersetzungen mit Großgrundbesitzern.

Als sich der langjährige Freund und Projektpartner der HILFSAKTION Pater Gerhard Schauff CSsR 1987 – als erster Priester überhaupt – in São Pedro niederließ, fand er eine Bevölkerung vor, die an Mangel- und Unternährung litt, Trinkwasser aus Tümpeln oder nur wenige Meter tiefen Brunnen schöpfte und in Lehmhütten – Brutstätte für vielerlei Ungeziefer – eine notdürftige Unterkunft gefunden hatte. Seine Entwicklungsarbeit, die von Anfang an durch die HILFSAKTION unterstützt wurde, umfaßte die Bohrung von Tiefbrunnen, Wohnungsbau, Alphabetisierung und Hygieneerziehung. Die Kindersterblichkeit konnte innerhalb der ersten zehn Jahre um 60 Prozent gesenkt werden; die durchschnittliche Lebenserwartung – 1987 noch bei 20 Jahren gelegen - ist mittlerweile auf 40 Jahre angestiegen. Seit 1995 existiert ein eigenes Gemeindezentrum, das vielerlei caritative, pastorale und soziale Dienste leistet.

Gerhard Schauff, der an der Gründung und Ausgestaltung der Hilfsaktion gewichtigen Anteil hatte, starb 1996. Seit seinem Tod wird die Entwicklungsarbeit durch Ordensschwestern in Abstimmung mit dem Ortsbischof weitergeführt.