Chimoio, Mosambik

Zwanzig Jahre nach dem Ende des blutigen Bürgerkrieges, der die ehemals portugiesische Kolonie Mosambik seit 1979 schwer erschütterte, befinden sich weite Teile des Landes nach wie vor in Unterentwicklung. Der jahrelange, ideologisch motivierte Kampf zwischen den Bürgerkriegsparteien Frelimo und Renamo, der erst 1992 mit einem Friedensvertrag formell beigelegt werden konnte, hat auch die Provinzhauptstadt der Region Manica, Chimoio, schwer erschüttert. Deutlichste Erblast aus den Revolutionsjahren sind die großflächigen, durch Flüchtlingszuströme beschleunigt gewachsenen Elendsquartiere an der Stadtperipherie, in denen weder eine minimale Ressourcenversorgung noch eine menschenwürdige Hygiene bereitgestellt werden kann.

In einem dieser sozialen Elendsviertel gründeten brasilianische Schwestern der Ordensgemeinschaft der Salvatorianerinnen (SDS) mit Unterstützung der HILFSAKTION 1997 eine Sozialstation. Neben Gemeindearbeit, Gesundheitsfürsorge und Erwachsenenbildung widmen sich die Schwestern – die die Armut der Ortsansässigen weitestgehend teilen – dem Aufbau der eigenen Vorschule Mwana Unerufaro (Criança Feliz), d.h. übersetzt „Glückliches Kind“. Hier erhalten Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren vorschulische Betreuung, Schulspeisung und hygienische Versorgung. Das Konzept der Schwestern beruhte von Anfang an auf der frühestmöglichen Einbindung von Laien, Anwohnern und (soweit vorhanden) zivilgesellschaftlichen Gruppen, denn die Übernahme persönlicher Verantwortung durch die Betroffenen selbst („ownership“) ist für das Gelingen der verschiedenen Projekte grundlegend.

Aus den Finanzmitteln der HILFSAKTION wurden Grundstückserwerb, Aufbau und Unterhalt der Vorschule finanziert. 2005 konnte ein Erweiterungsbau mit fünf weitern Klassenräumen und einer Erste-Hilfe-Station der Nutzung übergeben werden. Derzeit werden etwa 650 Kinder in den Einrichtungen der Salvatorianerinnen betreut. Der Aufbau eines Verwaltungsgebäudes mit Bibliothek, Sekretariat, Konferenz- und Medienraum wurde 2009 fertiggestellt.