Montevideo, Uruguay

Uruguay, das Land am Rio de la Plata, ist durch die anhaltende Wirtschaftsschwäche - insbesondere seit der Finanzkrise im Jahr 2002 - mit einer schweren Hypothek belastet: eine breite Auswanderungswelle junger, leistungsfähiger Menschen hinterläßt eine stark alternde, finanzschwache Bevölkerung, deren Familien- und Sozialstrukturen der steigenden Kriminalität und Gewaltbereitschaft immer weniger Einhalt gebieten können. Bei hoher Arbeitslosigkeit und fehlender staatlicher Fürsorge bleiben viele Kinder der Obdachlosigkeit, dem Leben auf der Straße überlassen.

Seit 1997 unterstützt die HILFSAKTION die diakonische Arbeit der Deutschen Evangelischen Gemeinde in Montevideo, unter deren maßgeblicher Trägerschaft das Hogar Amanecer betrieben wird, ein Kinderheim, dessen spanischer Name mit „Neuer Tag“ oder auch „Anbruch des Tages“ übersetzt werden kann. 1955 aus einer Privatinitiative hervorgegangen beherbergt es ca. 30 Kinder und gewährleistet ihnen ärztliche und psychische Betreuung. Die Gelder der HILFSAKTION konnten dazu beitragen, das marode Holz-Wohnhaus aus den 20er Jahren durch einen Neubau zu ersetzen, der im November 2005 eingeweiht wurde.

Ein weiteres ökumenisches Sozialzentrum fördert die HILFSAKTION im sog. Barrio Borro, einem durch Arbeitslosigkeit, Drogenkonsum, Prostitution und Gewalt bestimmten Randgebiet Montevideos. Kinder aus den untersten Gesellschaftsschichten erhalten hier ein ergänzendes Schulprogramm, Schulspeisung, Hausaufgabenhilfe und Freizeitbetreuung. Für die älteren Jugendlichen bietet die Sozialstation neben individueller Schülerförderung auch ein Werkstattprogramm an, in dessen Rahmen Grundtechniken der Bearbeitung von Papier, Wolle, Holz, Leder, Bambusrohr und anderen Materialien vermittelt werden.

Der Projektpartner Armin Ihle, seit 1996 Pastor der Deutschen Evangelischen Gemeinde in Montevideo, arbeitet seit 1980 mit der HILFSAKTION zusammen.