Cruzeiro do Sul, Brasilien

Die Förderung von Selbststeuerungs- und Selbsthilfestrukturen im äußersten Nordwesten Brasiliens ist das Hauptanliegen des seit 2009 unterstützten Projekts in der 73.000-Einwohner-Stadt Cruzeiro do Sul, die unweit der Grenze zu Peru im Regenwaldgebiet des Bundesstaates Acre liegt. In der geographisch schwer zugänglichen und wirtschaftlich stark unterentwickelten Region des oberen Rio Juruá, eines Amazonas-Nebenflusses, ist das Engagement kirchlicher Gruppen schon deshalb unentbehrlich, weil staatliche Fürsorge im Hinterland Brasiliens allenfalls in Ansätzen zur Entfaltung kam.

Seit 1978 ist Pfr. Georg Rose am Oberlauf des Amazonas und seinen Zuflüssen im seelsorglichen und karitativen Dienst tätig. Um den sozialschwachen und politisch weitgehend ausgeschlossenen armen Bevölkerungsgruppen seiner Pfarrei in Cruzeiro einen tragfähigen Ausweg aus ihren vielfältigen Abhängigkeiten aufzuweisen und Ansätze lokaler Eigenbestimmung zu fördern, engagiert sich Rose u.a. in der Stärkung von Strukturen zur persönlichen Bildung und Reifung von Kindern und Jugendlichen. Vorschulische und Freizeitangebote, Bildungsprogramme, Schulspeisung und medizinische Grundversorgung insbesondere im Mutter-Kind-Bereich sind Schlüsselelemente eines vielfältigen Sozialengagements, das v.a. an den Lücken staatlicher Förderprogramme ansetzt. Um den Zusammenhalt und die gemeindliche Kohäsion zu fördern, veranstaltet Rose auch Fortbildungskurse und Besinnungstage, die in erster Linie der Bewusstseinsbildung dienen. Hinzu kommt die gezielte Hilfe an alten und alleinerziehenden Menschen in sozialen und medizinischen Notfällen.